»Ich bin heute aber auch wieder ein Schelm...«Eine Auswahl von Gedichten und
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»Ich will die Leute zum Lachen bringen, zu einem Lachen, dessen sie sich später nicht zu schämen brauchen.« |
Es war an einem 20. Februar.
Das Thermometer zeigte 11 Grad minus und die Uhr 11 Uhr vormittags, als vor unserem Haus das Hauptwasserrohr platzte. Im Nu war die Straße überschwemmt und im gleichen Nu gefroren. Die umliegenden Kinder kamen zuhauf, um auf ihren Schuhen schlitt zu laufen. Ich selbst konnte mich an diesem fröhlichen Treiben nicht beteiligen, weil ich noch nicht geboren war. Das Ereignis fand erst gegen Abend statt. Und da war die Eisbahn längst gestreut und unbrauchbar geworden. Das Eislaufen habe ich bis heute nicht gelernt. Auch schwimmen kann ich nicht. Aber zeichnen! Also zeichne ich hochachtungsvoll ... Ihr ![]() |
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Ein Brief aus Hagenbeck
An Frau Coco geborene Cucu, verwitwete Fips Urwald Wenn man reinkommt 3. Baum links, 4. Astwerk Afrika Liebe Mama und liebe Geschwister erinnert ihr euch noch an den Mister der mich, als ich fröhlich am Aste hing, fing? Das war ein Ding! Der steckte mich einfach in einen Kasten, da saß ich nun drin und mußte fasten, dann flog und fuhr ich lange Wege und jetzt sitz’ ich hier im Freigehege. Wir sind zu sechst, sind ganz verträglich, bis auf den einen, der ist unmöglich, der kratzt sich immer am Arm, am Kiefer (wahrscheinlich hat er Ungeziefer). Ich hatte neulich ’nen Schnupfen gekriegt. Ob das an diesem Eisbären liegt, da drüben? Ihr Lieben, Das Essen ist hier reichlich und schmeckt auch kommt kein Raubtier, das einen erschreckt, doch grauenhaft ist an jedem Tage die Menschenplage. Da kommen sie dann in rauhen Mengen und schubsen und gucken und schieben und drängen und wenn ich auch bloß ganz ruhig sitze, sie lachen bloß und machen Witze und reden nichts als dummes Zeuch Und wie geht’s euch? Euer Schimpi |
Die Ballade vom Ritter Kunkel
Es ritt der edle Ritter Kunkel durch einen Wald, der still und dunkel. Als plötzlich, jäh und ungestüm ein grauslich graues Ungetüm, ein richtig schlimmes Drachenvieh, das Feuer, Gift und Galle spie, sich fliegend näherte dem Reiter und sprach: »Bis hierher und nicht weiter!« Der edle Ritter zog am Zügel, dann seinen Degen, stieg vom Bügel und mutig, ohne banges Zagen ging er dem Drachen an den Kragen. Gar bald gelang’s ihm hintern Ohr’n das Scheusal schmerzhaft anzubohr’n, worauf es »Au!« schrie nach dem Stich und flugs nach oben hin entwich. Der Ritter reinigte den Degen und ritt, nun auf befreiten Wegen, dorthin, wohin er vorhin wollte (wozu es fast nicht kommen sollte). Das Volk begrüßte ihn mit Tüchern und bald schrieb man von ihm in Büchern, weil er der erste war, wie’s hieß, der einen Drachen steigen ließ. Bier-Fragment War ich, wo’s Bier zu trinken gab, stellt sich die Frage unterwegs mir: Wenn ich beim Bier geschäkert hab, dann bin ich wohl ein Schäksbier? |
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Kunibert
Es war einmal ein altes Schloß, und Kunibert, so hieß der Boß. Er hatte Mägde, er hatte Knechte, und eine Frau – das war das Schlechte. Ihr Mund war breit, ihr Hals war lang, und es klang scheußlich, wenn se sang! Drum zielte er mit Korn und Kimme, und Wut auf sie – das war das Schlimme. Es machte bumm, natürlich lauter, da fiel se um, zum Himmel schaut er, und spricht, das Auge voll Gewässer: Vielleicht singt se da oben besser! |
Die Seekuh
Die Seekuh weidet auf dem Grund des Ozeans. Stumm ist ihr Mund; denn finge an sie, laut zu singen würd’ das Meer ins Innre dringen – und dieses Naß welches sie schluckt, verdürbe dann das Milchprodukt, das, schon seit jeher äußerst rühmlich, wohl jeder Seekuh eigentümlich. So weidet unsre Meereskuh mit Appetit, doch ohne Muh... |
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Das Lama
In dem Land des weisen Brahma lebte jahrelang ein Lama, dem es niemals wollte glucken, weit im Bogen auszuspucken. Schrecklich litt es seelisch wegen diesem seinem Unvermögen; und die Tränen war’n ihm nah, wenn es andre spucken sah. Heimlich übte es im Sitzen oder Stehn, den Mund zu spitzen, um dann zielgerecht durch dessen Spalt den Strahl hinauszupressen; doch selbst in bequemster Lage förderte es nichts zutage. Und – so endet dieses Drama – schließlich mußte unser Lama vor den Thron des Brahma traben, ohne je gespuckt zu haben. |
Rennen und Rasen
Wie sie alle rennen und rasen, Als ob es ihr Leben gilt, Durch den Wald der Häuser und Straßen Wie von Hunden gehetztes Wild. Noch schneller, noch schneller, noch schneller Dem eigenen Schall hinterher – Sie könnten’s nicht ertragen, Wenn der andre noch schneller wär. Nicht so eilig, nur nicht so eilig, Wenn du dir Zeit läßt, hast du vom Leben mehr. Langsam, langsam, nur immer schön langsam, Bei zuviel Vollgas, da ist der Tank bald leer. Nicht so hastig, nein – nur nicht so hastig, Denn daß man Zeit spart, das ist ein Selbstbetrug. Sachte, sachte, nur immer schön sachte, das bißchen Leben, das vergeht noch schnell genug. |
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Ritter Fips und seine erste Rüstung
Als sie den Ritter Fips im Jahr elfhundertsiebenzehn gebar, zog die Mama dem kleinen Mann als erstes eine Rüstung an, die sie, bei Nacht und oft ermüdet, für ihn gelötet und geschmiedet, damit er gegen allerlei Gefahren wohlgerüstet sei. Schlußfolgerung: Die Rüstung muß, ist man noch klein, besonders unten rostfrei sein. Ritter Fips und das Hirn An einem Sonntag frug Klein-Fips seine Mama: »Mama, was gib’s denn heute mittag sozusagen zu essen? Darf ich das mal fragen?« »Gewiß«, sprach sie mit mildem Glanz im Auge, »heute gibt es ganz was Feines, etwas für verwöhnte Mägen und für’n Verstand: heut gibt es Brägen! Davon kriegst du, mein lieber Sohn, gleich eine doppelte Portion!« Schlußfolgerung: Doch selten nur, lehrt die Erfahrung, ist Hirn, gebraten, geist’ge Nahrung. |
Ritter Fips als Kind
Der kleine Fipsi war als Kind ganz anders als sonst Kinder sind: Nie zog er einen Hund am Schwanz, und auch Insekten blieben ganz. Er biß auch seine Amme nie, wusch ihn mit einem Schwamme sie. Schlußfolgerung: Nicht immer bleibt ein Rittersmann so tugendhaft, wie er begann. Ritter Fips und das Zahnweh Herr Fips bemerkte kummervoll, daß ihm die eine Backe schwoll. Das war an sich nicht schlimm, jedoch der Schmerz, der aus dem Zahnloch kroch, der bohrte, zog und quälte ihn. Da bat Herr Fips um Medizin den Doktor Stups. Der braute einen gesunden Trank aus Mückenbeinen, aus dem Urin der Vogelspinne – (auch etwas Milz vom Frosch war drinne) – und noch so was... Da sprach der Kranke, als er das Tränklein sah: »Nein, danke! Eh gegen Schmerzen aus dem Kelche ich trinke, hab ich lieber welche!« Schlußfolgerung: Es werden Schmerzen erst, nachdem sie nachgelassen, angenehm. |
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Ritter Fips und das Geigenspiel
Mit falschen Tönen, doch nicht feige, strich Fips die Saiten seiner Geige, bis ihm die Mutter sagte: »Fips, ich tret’ nicht gern Dir auf den Schlips, doch darf ein Fips von Fipsenstein nicht bloß ein kleiner Geiger sein! Du bist der Mitwelt Größres schuldig!« »Na schön«, sprach da der Sohn geduldig, »ich weiß was Größeres: ich latsche zu Meister Bim und lerne Bratsche!« Schlußfolgerung: Man kann, des größren Hohlraums wegen, weit mehr noch in ein Cello legen. |
Ritter Fips und die Schule
Der Knabe Fips (sehr traurig das!), der hatte gegens Lernen was! Zum Beispiel Schreiben oder Lesen – dies beides lag nicht seinem Wesen. Und auch dem Rechnen mit den Brüchen war er beharrlich ausgewichen. Doch was er schätzte, selbst in Serien, das waren jedesmal die Ferien, die er von sich aus noch ergänzte, indem er gern die Schule schwänzte. Schlußfolgerung: Man sieht aus diesem allen klar, daß Fips normal veranlagt war. |
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Ritter Fips und das Küchenpersonal
Des jungen Fipsen liebste Schliche, das waren die in Richtung Küche. Zuerst stand er am Herd und roch, was er da Schönes kocht, der Koch; doch galt hauptsächlich sein Intresse nicht etwa dem, was er heut esse – mitnichten: es galt der Mathilde, der Antje, aber auch der Hilde, die Teller wuschen, Silber putzten und so der Küche trefflich nutzten. Mit diesen Damen trieb der Sohn des Hauses dann Konversation. Schlußfolgerung: Der Jugend Hang für Küchenmädchen konnte schon Wilhelm Busch bestät’chen. |
Ritter Fips und die Jungfrau
Bei jedem Wetter, auch beim Sturme, rief man es mehrmals laut vom Turme: »Hört, Leute, was wir euch verkünden: Fips will eine Familie gründen! Drum wünscht und hofft er, daß in Bälde sich eine Jungfrau bei ihm melde!« Es hub ein Suchen an und Spähen, doch keine Jungfrau war zu sehen. Die einzige, die man gefunden, wurd’ grad von einem Kind entbunden. Schlußfolgerung: Will jemand eine Jungfrau frein, darf er nicht so penibel sein. |
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Ritter Fips und des Nachbarn Bier
Der junge Ritter Fips begab sich sehr oft zum Nachbarschloß. (Er hab sich, so wurde allgemein gedacht, des Nachbarn Tochter angelacht.) Jedoch war für den stillen Wandrer der Grund zum Wandern ein ganz andrer. Er wollte eruiern, ob durch die Erdkruste von Burch zu Burch es möglich wär, ’nen Gang zu graben, um einen kürzern Weg zu haben. »Denn«, sprach er, »drüben ist das Bier viel würziger als hier bei mir! – Dann könnt ich zusätzlich erwägen, aus Schläuchen Leitungen zu legen, die, unsichtbar für Nachbaraugen, durch diesen Gang das Bier hersaugen. Ich hätte dann, wenn’s keiner merkt, genug vom Trank, der mich so stärkt!« Doch leider, wie so oft im Leben, ging dieser böse Plan daneben! Eine gewalt’ge Feuersbrunst hüllte des Nachbarn Schloß in Dunst! Man spritzte zwar aus allen Rohren, doch schien die Burg total verloren, bis einer schließlich darauf kam und’s Bier zur Brandbekämpfung nahm – und siehe da, das Bier war gut: es bändigte des Feuers Wut! Doch dadurch war Herr Fips der Sorge enthoben, wie er Bier sich borge. Schlußfolgerung: Das Bier löscht nicht nur, wie bekannt, den Durst. Nein, es löscht jeden Brand. |
Ritter Fips und ein Wochenprogramm
Am Montag, noch auf weicher Daune, litt Ritter Fips an schlechter Laune. Das war an sich nicht ungewöhnlich: den andern Rittern ging es ähnlich. Am Dienstag morgen war der Ritter bei Nachbarsleuten Babysitter. Das Kind war siebzehn und hieß Magda – Herr Fips blieb gleich den ganzen Tag da. Am Mittwoch zählte er mit Mühe auf einer Wiese seine Kühe. Dann legte er sich müde nieder ins Gras und sah auch Magda wieder. Am Donnerstag saß Fips im Garten und spielte dort mit Magda Karten, wobei ihm bald ein Nullspiel glückte, weil er geschickt die Dame drückte. Am Freitag gab’s, was Fips nicht mochte, gebratne Fische und gekochte, drum schlich er sich mit leerem Magen zu Magda, wo die Schinken lagen. Am Samstag ritt auf stillen Wegen ins Grüne er – und das bei Regen, erfreute sich an Flor- und Fauna – und dann an Magda in der Sauna. Am Sonntag ging, für alle Fälle, der Ritter in die Schloßkapelle. Er kniete, dachte nach und lag da – doch das natürlich ohne Magda. Schlußfolgerung: Man soll stets gut den Werktag nutzen – und sonntags seine Seele putzen. |
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Ritter Fips und die Diät
Des edlen Ritter Fips Bestreben ging dahin, streng diät zu leben, denn er entdeckte dies: stieg ganz er vom Kopf bis Fuß in seinen Panzer, nachdem er aß, was sie ihm brieten, dann platzte er aus allen Nieten. Deshalb genoß er ohne frohes Gefühl Gemüse – und zwar rohes. Wie floß das Wasser ihm zusamm’ im Mund, sah er ein fettes Lamm! An Suppen dacht er mit App’tit, die er, genau wie Pudding, mied. Jedoch, durch den Entzug des Fetts, der Karbonaden und Kotletts geriet gar bald in Harnisch er – und siehe, plötzlich paßte der! Schlußfolgerung: Den Harnisch schafft der kluge Mann sich gleich ’ne Nummer größer an. Ritter Fips und sein Sekretär 1 Herr Fips gehörte zu der Sorte von Rittern, denen manche Worte, wenn sie dieselben schreiben sollten, nicht richtig von der Feder wollten. So hielten beispielsweise diese kaum stand der strengen Expertise: Triumph und Trumpf! Fips konnt die beiden Vokabeln schwer nur unterscheiden: Mal schrieb er Trumph mit »p« und »h«, mal stand Triumpf mit »pf« da Das wurmte ihn. Drum sucht er und fand bald einen Sekretär, der – und nicht diese Wörter bloß – ganz deutlich schrieb und fehlerlos. Schlußfolgerung: Ein Sekretär ist auch noch jetzt – und sei’s als Möbel – hochgeschätzt. 2 An einem Morgen sprach Herr Fips zu seinem Sekretär: »Da, tipp’s! Das hab ich heute nacht erdacht und mühsam zu Papier gebracht. Dann heft es in ein Heft hinein, es soll meine Laudatio sein!« Und wie dies Machwerk nun gewesen, ist hier im folgenden zu lesen: Eine Laudatio auf den Ritter Fips von Fipsenstein vom Ritter Fips von Fipsenstein Ich bin der gute Ritter Fips, bin’s selbst und höchstpersönlich! Mein Aug ist blau, mein Schwert ist scharf, an mir ist nichts gewöhnlich! Ich kam zur Welt und bin nun hier zum Essen und zum Trinken! Am liebsten trink ich helles Bier – und eß am liebsten Schinken! Ich bin der treue Ritter Fips voll Sanftmut und voll Güte! Daß ich mal tu, was sich nicht schickt, das kommt nicht in die Tüte! Den Reichen nehm ich Geld und Blut, hab manchen schon begraben – den Armen aber bin ich gut, weil die ja doch nichts haben! Ich bin der edle Ritter Fips, bin stolz, gerecht und mutig! Und nur, wenn ich sehr wütend bin, nur dann gerat in Wut ich! Nach Heldentaten steht mein Sinn und auch nach klugen Werken! Daß ich ein bißchen dämlich bin, das ist fast nicht zu merken! Schlußfolgerung: Man sollte selber was verfassen über sich selbst, wenn’s andre lassen. |
Ritter Fips als Held
Der Ritter Fips beschloß verwegen, ein Ungeheuer zu erlegen, das, gar nicht weit von seinem Schloß, die Untertanen sehr verdroß. Es war viel größer als ein Bär und zehnmal kräftiger als der. So stieg Herr Fips denn auf den Wallach, verabschiedete sich überall, ach, und ritt dann voll des Ungestüms zum Wohnsitz dieses Ungetüms. Und da geschah’s, daß kurz vorm Ziel er aus Versehn vom Pferde fiel. – Bald drauf, den Kiefer ausgeklinkt, kam er per pedes heimgehinkt. (Das Roß lief, gleich nach diesem Fall, nach Haus und stand bereits im Stall.) Es herrschte Jubel angesichts des Helden – doch der sagte nichts... Schlußfolgerung: Es hat nur selten der gesprochen, der sich den Kiefer grad gebrochen. Ritter Fips und das Burgverlies Fips sprach zu seinem Knappen dies: »Wir steigen jetzt ins Burgverlies! Besorg uns eine Menge Lichts, denn: ist es dunkel, sieht man nichts!« Da sprach der Knappe voll des Leids: »Geh nicht hinunter, Herr, vermeid’s!« »Schön«, sagte Fips, »wenn du dich bangst, bleib oben! Ich hab keine Angst!« Und schon sah man mit Zuversicht, mit Gottvertrauen und mit Licht ihn in den Keller abwärtssteigen. Er war allein... Ihm wurde eigen. Da! Plötzlich saß dort, nein, wie nett, ein Mensch! Vielmehr nur sein Skelett. Ihm fehlten Haar, Fleisch und Gesicht –, doch störte das den Ritter nicht! Im Gegenteil, er fand es fein, dann war er hier nicht so allein! Mit Hilfe seines Lichts besah er sich den Toten von ganz nah –, und da erschrak er dann denn doch, als aus dem Mund ’ne Kröte kroch... Schlußfolgerung: Das Angstgefühl im Burgverlies verläßt dich erst, verließt du dies. Ritter Fips und das Team Lag Ritter Fips im Bett und schlief – sein Schlaf war, wie man wußte, tief! –, befand am Ende von dem Bett sich stets ein Trio, ein Terzett, und dies bestand aus gutem Grund aus Eule, Sittich und dem Hund. Die Eule – Wunder der Natur! – sah alles gut im Dunkeln nur, drum war ihr Nutzen nicht gering, falls jemand nachts durchs Zimmer ging. Der Sittich – das erstaunte jeden! – vermochte wiederum zu reden. Und machte ihn die Eule wach, so dachte er nicht lange nach, nein, er rief gleich: »Hier spricht der Sittich! Nun bell mal, blöder Hund, ich bitt dich!« Und schon ertönte – man war baff! – ein aufgeregtes »waff-waff-waff«. Und der Effekt? In Eile nahm der Feind den Weg, auf dem er kam. Schlußfolgerung: Die Teamarbeit ist, siehe oben, stets zu empfehlen und zu loben. |
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Ritter Fips und das Echo
Herr Fips, geharnischt und beschildet, war in Musik recht ungebildet, doch wurd es Frühling und dann Mai, vielleicht auch Juni, einerlei, dann griff er mutig in die Saiten, um sich zur Laute zu begleiten zu Weisen, welche ihm entwichen und eher einem Brüllen glichen. Bis zum Gebirg drangen die Lieder und kamen dann als Echo wieder, so daß man sie, was jeden störte, nach kurzer Zeit noch einmal hörte. Doch wagte niemand, Fips zu zwingen, zur andern Seite hinzusingen, wo eine, weil dort flach das Land, Gefahr des Echos nicht bestand. Schlußfolgerung: Die von Gesang nicht viel verstehn, die lassen auch am besten den. Ritter Fips und die Mandeln Fips – nur um den kann sich’s hier handeln! – erkrankte schwer an seinen Mandeln, weshalb er bat, wenn auch nicht gerne, daß man die Dinger ihm entferne. Herr Dr. Stips, der zuständig für Leiden war, die inwendig, gab erst einmal, wie früher stets, Fips einen Schlag auf dessen Dez, griff dann zu dem Skalpell, dem blanken, und operierte unsren Kranken. Seitdem sah man nur ohne Mandeln Herrn Fips durch die Gemächer wandeln. Schlußfolgerung: Warum sich mit den Mandeln quälen? Man sieht’s ja nicht, wenn sie dir fehlen. |
Ritter Fips und der Magere
Es war bekannt, daß Ritter Fips zwar Kraft besaß, doch wenig Grips, denn fragte man ihn was beim Quiz, nie wußte er dann, was es is’! Da sowas peinlich ist auf Reisen, war Dr. Hadubrand zu preisen, der, äußerst mager von Figur, ab nun stets mit dem Ritter fuhr. So konnte diesem bei Turnieren, bei geistigen, nicht viel passieren, denn machte er sich etwas dünn, stak Hadu mit im Panzer drin und konnte so auf alle Fragen die Antwort leis von hinten sagen! Schlußfolgerung: Man muß sich notfalls jemand mieten, hat man an Geist selbst nichts zu bieten. Ritter Fips und der Zweikampf Es zog ein reicher Kaufmannssohn mit Spezerein und Munition vorbei an Ritter Fipsens Schloß, was diesen überaus verdroß! Drum kam Fips, vollgetankt mit Bier, (doch roch man’s nicht, weil das Visier, wie stets bei ihm und bei Gefahr, bis untenhin geschlossen war) dem Kaufmannssohn auf schnellsten Wegen nicht freundlich zwar aber entgegen. Der Kampf – denn jeder wollte siegen! – fand statt auf Brechen und auf Biegen, und nur durch Stellen eines Beins verlor der Kaufmann null zu eins – und schließlich auch sein Haupt als solches durch einen scharfen Schnitt des Dolches! Schlußfolgerung: Es lohnt sich keinen Hut zu tragen, endet der Mensch bereits beim Kragen. |
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Ritter Fips und des Sängers Fluch(t)
Herr Fips sprach zu dem Knappen Heiner: »Nanu, da draußen singt ja einer?! Gib ihm zwei Groschen, und er möge bald sehen, daß er weiterzöge! Und sag ihm, daß hier niemand wohne, für den zu singen es sich lohne!« Der Knappe tat, wie man befahl. Da trat der Sänger in den Saal, warf Fips die Groschen ins Gesicht: »Den Dank, Ritter, begehr ich nicht! Du bist ein Geizhals! Bist verrucht!« und ging. Das war des Sängers Flucht. Schlußfolgerung: Man gebe Sängern für die Lieder nie zu viel Geld. Sonst komm’n sie wieder. Ritter Fips und seine Läuterung Herr Fips gehörte, wie Sie ahnen, zum edlen Stamme der Germanen, die immer riefen: »Niemals – nie! Wir sind die diejenigen, die...!« Macht, Ruhm und Geld sahn sie im Traum noch und arbeiteten sie, dann kaum noch – im Gegenteil: aus alten Quellen weiß man, sie lagen meist auf Fellen und tranken Bier, das schäumend gelbe... Herr Fips tat ganz genau dasselbe! Doch eines Tags – das war ein Ding! – geschah es, daß er in sich ging und sprach: »Wie ist das Leben stur! Ab heute trink ich Dunkles nur!« Schlußfolgerung: Den andern zur Erheiterung dient stets die eigne Läuterung. Ritter Fips im Winter Der Ritter Fips bemerkte bald: Wenn Winter ist, dann ist es kalt, drum war sein Harnisch, was von Reiz war, von Kopf bis Fuß im Innern heizbar. So schritt er durch die Stadt – , doch litt er, rief man: »Da kommt der warme Ritter!« Schlußfolgerung: Nur wer im Kalten sitzt, der weiß es, was es bedeutet: etwas Heißes! Ritter Fips und sein Ende Der edle Ritter Fips war eines Tags voll des süßen, roten Weines, worauf er – oh, sein Kopf war schwer! – in einen Sarg kroch. Der war leer. Hier legte er sich rücklings nieder und schloß den Deckel und die Lider – nicht überlegend, daß im Off* es ihm gebrach an Sauerstoff. Da dieser für die Atmung wichtig, verschied Herr Fips. Er lag gleich richtig. Schlußfolgerung: Man soll in keinen Sarg sich legen, will man nur kurz der Ruhe pflegen. (*»Off« ist dem Englischen entnommen und bedeutet "Aus", im übertragenen Sinne auch "Abseits". Doch diese beiden deutschen Wörter reimen sich nur schlecht auf "Sauerstoff". Der Verfasser bittet bei den nichtanglophilen Lesern um Nachsicht – wegen der Verfremdung deutscher Lyrik.) |
Ritter Fips und das Blutbad
»Ha«, rief Herr Fips, was kann es schaden, ich tu das auch mal: ich geh baden! Füllt mir die Wanne, seid so gut, mit frischem, warmem Drachenblut! Dann bin ich« – (was in aller Mund war!) – »genau wie Siegfried unverwundbar!« Ein Trog wurde herbeigeschafft, den füllte man mit Drachensaft – denn Drachen gab’s zu der Epoch in jeder Menge, noch und noch! Als nun Herr Fips dem Bad entstieg (vor Augen schon den großen Sieg!), da merkte unser Rittersmann: er hatte noch die Rüstung an... Schlußfolgerung: Wer baden geht, egal in was, der tue unbekleidet das. Ritter Fips und das Wagenrennen An manchen hohen Feiertagen bestieg Herr Fips den Zweiradwagen und rief: »Ihr Rosse, vier und feurig! Trabt los! Zu meinem Sieg euch steur’ ich!« Und hui! Schon flog das Renngespann mit Peitschenknall und Rittersmann durch Wald und Wiesen, Feld und Flur, und alles staunte: »Wie Ben Hur!« Er traf auch stets als Erster ein – kein Wunder, er fuhr ja allein! Schlußfolgerung: Gibt Pferden man eins hinten drauf, beschleunigen sie vorn den Lauf. Ritter Fips und der Dichter Damit’s nicht hieße »Fips der Doofe«, war meistens ein Poet am Hofe, der mußte, wollte er auch bleiben, für seinen Herrn Gedichte schreiben; und abends dann, beim Kerzenscheine, las Fips sie vor, als sei’n es seine! Schlußfolgerung: Das, was man so als Dichter schreibt, vergeht entweder oder bleibt. Ritter Fips und sein anderes Ende Es stand auf seines Schlosses Brüstung der Ritter Fips in voller Rüstung. Da hörte er von unten Krach und sprach zu sich: »Ich schau mal nach!« und lehnte sich in voller Rüstung weit über die erwähnte Brüstung. Hierbei verlor er alsobald zuerst den Helm und dann den Halt, wonach – verfolgend stur sein Ziel – er pausenlos bis unten fiel. Und hier verlor er durch sein Streben als letztes nun auch noch das Leben, an dem er ganz besonders hing! – Der Blechschaden war nur gering... Schlußfolgerung: Falls fallend du vom Dach verschwandest, so brems, bevor du unten landest. |
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Der Muselmann
Es war einmal ein Muselmann, der trank sich einen Dusel an, wann immer er nur kunnt. Er rief dann stets das Muselweib, wo es denn mit dem Fusel bleib, denn Durst ist nicht gesund. Und brachte sie die Pulle ’rein, gefüllt mit süßem Muselwein, dann trank er und trank er, hin sank er als Kranker, bis gottseidank er unterm Tische verschwund. Dreizeiler Liebschaften sind wie Pilzgerichte, ob sie ungefährlich waren, weiß man erst später. |
Eine Beobachtung
Herrn, die allein, aber dafür zur späten Stunde, eine Bar oder sowas betreten, reiten meist ein und dieselbe Masche: eine Hand steckt in der Hosentasche! Ist das nun einfach Verlegenheit oder ein Akt von Verwegenheit? Wissen sie nicht »mit den Händen, wohin«, oder soll’s heißen »seht her, wer ich bin«?! Möglich ist auch: Diese Herren von Welt zähl’n noch mal heimlich ihr Taschengeld... Zweizeiler Bei glatter Straße muß man sechzehn geben – doppelt acht. Man macht gewöhnlich viele Worte, wenn man nichts zu sagen hat. Lieber eine Stumme im Bett als eine Taube auf dem Dach! |
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Dritter
Es war einmal ein stolzer Ritter, der wurde beim Turnier bloß Dritter. Das ging dem Armen derart nah, daß man ihn lebend nicht mehr sah. Er starb am siebenzehnten Maien – an einem warmen Tag – im Freien. Er wollte niemand bei sich haben, so mußte er sich selbst begraben. – Ja, Dritter ist für Ritter bitter! |
Anhänglich
Das Kind hängt an der Mutter, der Bauer an dem Land, der Protestant an Luther, das Ölbild an der Wand. Der Weinberg hängt voll Reben, der Hund an Herrchens Blick, Der eine hängt am Leben, der andere am Strick... |
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Ferien auf dem Lande
(Ich kam mit einem Auto an und Koffern, sechs bis sieben. Der Motor ging total entzwei, so mußt zuletzt ich schieben.) Ich wohn’ in einem Bauernhaus. Die Milch ist frisch und sahnig. Die Störchin auf dem Scheunendach, sie schäkert mit dem Kranich. Die Kuh macht »muh« – der Ochse auch, sind schwer zu unterscheiden, erst wenn man melken will, merkt man den Unterschied der beiden. Die Bauersfrau ist jung und schön. Ich bin bei ihr der Kranich. Ein Ochse ist ihr Herr Gemahl. – (Zurück fahr mit der Bahn ich!) |
Moderne Sinfonie
Droben sitzet die Kapelle, festlich und gestimmt ist sie. Schon ertönt die dritte Schelle – gleich beginnt die Sinfonie. Nun wird’s stille; denn es zeigt sich der Maestro, wohlbefrackt, steigt aufs Podium, verneigt sich, dreht sich um und schlägt den Takt. Geiger geigen, Bläser blasen, Pauker pauken, Harfe harft – alle Noten dieses Werkes werden schonungslos entlarvt... Droben schwitzet die Kapelle, auch der Dirigent hat’s satt! – Morgen können wir dann lesen, ob es uns gefallen hat. |
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Der rötliche Mars und die Venus
Früher zogen Mars und Venus – wann es war, kann man nur ahnen – eng beieinander und in Liebe ihre vorgeschrieb’nen Bahnen. Plötzlich kam ein Fremder Körper, der sich zwischen beide zwängte und den Mars von seiner Venus – oder umgekehrt – verdrängte. Dieser Fremdling war die Erde! Und sie machte sich noch breiter, und der Mars entschwand der Venus – immer weiter, immer weiter. Und die Sehnsucht nach der Freundin hat den Mars schon fast getötet; doch, erblickt er sie von ferne, sehn wir, wie er zart errötet... |
Eßt mehr Fisch
Das Meer reicht bis zum Strande und dann verläuft’s im Sande ganz plötzlich und abrupt. In ihm gibt’s viele Fische die essen wir bei Tische gekocht und abgeschuppt. Doch wozu gibt’s die Gräten? Sie wären nicht vonnöten, sie schmälern den Genuß. Denn bleibt mal eine stecken, so kann man leicht verrecken – viel eher, als man muß! |
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Der letzte Besuch
Mein Haar ist weiß, grau das Gesicht, Ich schreib mit Mühe dies Gedicht. Mein Hirn ist leer, mein Darm verstopft... Bin so allein... Wo bleibt Freund Hein? Aha, es klopft... |
Das Finkennest
Ich fand einmal ein Finkennest, und in demselben lag ein Rest von einem Kriminalroman. Nun sieh mal an: der Fink konnt lesen! Kein Wunder, es ist ein Buchfink gewesen. |
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Die polyglotte Katze
Die Katze sitzt vorm Mauseloch, in das die Maus vor kurzem kroch, und denkt: »Da wart nicht lang ich, die Maus, die fang ich!« Die Maus jedoch spricht in dem Bau: »Ich bin zwar klein, doch bin ich schlau! Ich rühr mich nicht von hinnen, ich bleibe drinnen!« Da plötzlich hört sie – statt »miau« – ein laut vernehmliches »wau-wau« und lacht: »Die arme Katze, der Hund, der hatse! Jetzt muß sie aber schleunigst flitzen, anstatt vor meinem Loch zu sitzen!« Doch leider – nun, man ahnt’s bereits – war das ein Irrtum ihrerseits. Denn als die Maus vors Loch hintritt – es war nur ein ganz kleiner Schritt – wird sie durch Katzenpfotenkraft hinweggerafft! – Danach wäscht sich die Katze die Pfote und spricht mit der ihr eignen Note: »Wie nützlich ist es dann und wann, wenn man ’ne fremde Sprache kann...!« |
Der Spatz
Es war einmal ein grauer Spatz, der saß ganz oben auf dem Dache, und unten hielt die Miezekatz schon seit geraumer Weile Wache. Da sagte sich das Spätzlein keck: »Mich kann das Biest nicht überlisten!« Bums, kam ein Habicht um die Eck und holte sich den Optimisten. – So kann es allen denen gehn, die glauben, nur sie wären die Schlauen. Man darf nicht nur nach unten sehn, man muß auch mal nach oben schauen! Liebe Sonne Nach so vielen Regenwochen kamst du endlich vorgekrochen, froh sind Menschen, Tier und Gras! Schein auf unsre Mutter Erde, daß sie wieder trocken werde, liebe Sonne, tue das! Trockne sie und unsre Tränen und den Kuckuck, der ganz naß! Schick uns nach den langen Qualen deines Fehlens alle Strahlen – und besonders diese netten, diese ultravioletten! Liebe Sonne, schein’ uns was! |
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Ein Männergesangverein
Fünfzig Herren über fünfzig sitzen um des Tisches Rund. Und sie essen und sie trinken und sie wischen sich den Mund. Da! Der Vorstand schwingt die Glocke, und es wird ganz mäuschenstill, denn die Glocke ist das Zeichen, daß er etwas sagen will. Und als er genug geklingelt – ja, das Klingeln macht ihm Spaß – steht er auf und spricht gewichtig: na, ich denk, wir singen was! Der Kapellmeister sucht emsig, wo die Stimmgabel wohl steckt – in der hintern Hosentasche hat er sie endlich entdeckt. Und er führt zum Ohr die Gabel und macht »aaaah« – das ist der Ton, den man nötig für den Einsatz hat; doch, horch, sie sie singen schon! Und sie singen viel von Liebe und von Sehnsucht und vom Mai, und elf Verse hat dies Liedel, dann gehet auch das vorbei. Müde von der Armbewegung senkt der Dirigent den Stab, müde von den tiefen Tönen wischt der Baß den Schweiß sich ab. Der Tenor erzählt begeistert, wie ihm heut das »fis« gelang, und der Bariton, sich räuspernd, sagt: »Wie gut ich heute sang!« Doch dann sitzen alle fünfzig wieder um des Tisches Rund. Und sie essen und sie trinken und sie wischen sich den Mund... |
Die Libelle
Liebe Libelle, flieg nicht so schnelle! Denk der Gefahren, die deiner harren: Bäume und Zäune, Äste und Steine auf allen Wegen! Du fliegst dagegen! Mit gebrochenen Gliedern liegst du im Staube. Dann kommt der Herbst, du vermoderst im Laube... Oder ein Vogel will dich erhaschen, will dich zerbeißen und hastig vernaschen... Oder ein Forscher mit seinem Netze! Erst tut er sachte, daß nichts dich verletze und freut sich stolz seines Besitzes! Zu Hause jedoch nimmt er was Spitzes und sticht’s dann durch deine weichste Stelle: arme Libelle! Flieg nicht so schnelle, genieße die Stunden oder Sekunden. die dir zum Leben gegeben! Scheint warm die Sonne: freu dich des Lichts! Füllt Regen die Bäche, hast du vom Leben nichts – im Gegensatz zur Forelle! |
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Vierzeiler
Wenn die Opern dich umbrausen mit Getön, dann genieße auch die Pausen: sie sind schön. |
Der kalte Wind
Es wohnt ein Wind in Leningrad, der pustet kalt, wer da nicht einen Mantel hat, der hustet bald. |
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Die Untermieterin
Du stehst vorm Apfelbaum und lobst: »Was ist das für ein herrlich Obst!« Pflückst einen Apfel, beißt hinein, verziehst den Mund, fängst an zu spein; denn eine Made erster Güte wohnt dort schon lang in Untermiete. Du stehst vorm Apfelbaum und tobst: »Wie kommt die Made in das Obst?!« Die Hülle trügt! – Das Ungeziefer dringt da im allgemeinen tiefer... |
Auge um Auge
Stundenlanger Regen nieselt, und es schmerzt schon das Gesäß, und die Luft ist eingedieselt durch die vielen LKWs. Immer weiter! Keine Liebe kennt man auf der Autobahn! Wütend beißt sich das Getriebe und der Mensch durch – Zahn um Zahn... |
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Löwenzahn
Löwenzahn ist schon seit jeher als höchst kriegerisch verschrien, denn er läßt bei gutem Winde Fallschirmtruppen feindwärts ziehn. Und ich sitz auf der Veranda und verzehre meine Suppe und entdecke in derselben zwei Versprengte dieser Truppe. |
Die Fliege
Eine Fliege flog zum Flügel, huschte leis über die Tasten, um dann auf dem »gis« zu rasten. Doch nur zwei Sekunden währte dieser Aufenthalt, dann kehrte sie zurück zu ihrer Sippe und erzählte unumwunden, sie hätt’ den guten Ton gefunden. |
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Der Stein
Fast wär vom Dach ein Ziegelstein mir auf den Kopf geflogen, jedoch es hat nicht sollen sein er machte einen Bogen. Daß er das tat, ja, das war gut! Doch hat der Fall bewiesen: man sei beständig auf der Hut und geh nie ohne diesen! |
Gänseblüchen
Ein Gänseblümchen liebte sehr ein zweites gegenüber, drum rief ’s: »Ich schicke mit ’nem Gruß dir eine Biene rüber!« Da rief das andere: »Du weißt, ich liebe dich nicht minder, doch mit der Biene, das laß sein, sonst kriegen wir noch Kinder!« |
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Stiche
Von Dürers Meisterhand ein Stich betrachtet, wirkt mehr »äußerlich« dagegen dringt, wenn Sie verzeih’n, der Mückenstich weit »tiefer« ein. Man sieht hieraus, daß ein Insekt noch mehr kann als der Intellekt. |
Der Herbst
Im Herbst bei kaltem Wetter fallen vom Baum die Blätter – Donnerwetter, im Frühjahr dann, sind sie wieder dran – sieh mal an. |
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Urlaub in Urwald
Ich geh im Urwald für mich hin... Wie schön, daß ich im Urwald bin: Man kann hier noch so lange wandern, ein Urbaum steht neben dem andern. Und an den Bäumen, Blatt für Blatt, hängt Urlaub. Schön, daß man ihn hat! |
Der Chor der Müllabfuhr
Kommt! Lasset von Tonne zu Tonne uns eilen! Wir wollen dem Müll eine Abfuhr erteilen! Auf! Machen wir, das jede Tonne sich leere! Wir sind dazu da, denn wir sind Müllionäre! Müllirallala, Müllirallala... |
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Fast eine Fastenkur
Alte Brötchen. Saure Weine. Ein Salatblatt. Guß auf Beine. Hunger nagt im Magen-Sektor. Und er knurrt, wie draußen Hektor. Will nicht mehr gesund und schlank sein! Will dann lieber dick und krank sein! Kehrt zurück, ihr großen fetten Schnitzel oder Schweinskotletten und auch ihr, ihr Leibbeschwerden! Bin es satt, nie satt zu werden! |
Archimedes
Ja ja! Der weise Archimedes ging stets zu Fuß, ging stets per pedes. Doch ging er auf besondere Weise: er ging hauptsächlich nur im Kreise. Die Gangart hatte sich nach Wochen in Syrakus herumgesprochen, weshalb – es ist gut zu verstehn – die Menge kam, sich’s anzusehen. Doch dies gefiel dem Greise nicht! Er sprach: »Stört meine Kreise nicht!« Ja ja! Der weise Archimedes ging stets zu Fuß, fuhr nie Mercedes. |
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Harte Schicksale
Wer sich mal in die Nesseln setzt, ist erst erschrocken, dann verletzt, erhebt sich mühevoll und schreit nach bess’rer Sitzgelegenheit. Den Nesseln, auch wenn sie schön blühn, sind weiche Stühle vorzuziehn. Auf Weichem sitzt man stets apart ... Nicht weich zu sitzen, das ist hart ! |
Frühling
Wie wundervoll ist die Natur! Man sieht so viele Blüten, auch sieht man Schafe auf der Flur und Schäfer, die sie hüten. Ein leises Lied erklingt im Tal: der müde Wandrer singt es. Ein süßer Duft ist überall, nur hier im Zimmer stinkt es! |
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Nero
Nero war nicht nur ein Kaiser, sondern auch fast immer heiser, was hauptsächlich daran lag, daß bei Nacht er und am Tag, je nachdem, wo etwas los war – wenn’s auch eine Kirmes bloß war, kurz: bei jeder frohen Feier – Lieder sang zu seiner Leier und das stets mit vollem Ton, denn noch gab’s kein Mikrofon. Selbst als Rom hellodernd brannte und das Volk sich an ihn wandte, stand er mittendrin im Dampfe, sang Couplets und schlug die Klampfe. Er war in der Welt des Scheins eine, wenn auch heis’re, Eins. Sonst jedoch war Kaiser Nero – unter uns gesagt – ein Zero. |
Schimpfe nicht...
Schimpfe nicht auf Sozialisten – oder auf Nationalisten – oder gar auf Klerikale – und auch nicht auf Liberale! Schimpf nicht auf die Kaisertreuen – oder auf die Neo-Neuen – schimpfe nur auf jene, die’s Land regiern, als könnten sie’s! Die Schnecke Mit ihrem Haus nur geht Sie aus! Doch heut läßt sie ihr Haus zu Haus, es drückt so auf die Hüften. Und außerdem – das ist gescheit und auch die allerhöchste Zeit: sie muß ihr Haus mal lüften! |
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Ampeln
Wir hatten einst – die Zeit ist tot – als Landesfarben Schwarz-Weiß-Rot. Dann hat man sie nicht mehr gewollt, und wir bekamen Schwarz-Rot-Gold. Doch diese übersieht man fast in unsrer Zeit voll Kampf und Hast. Die Farben, die sich heute ziehn durch unser Sein, sind Rot-Gelb-Grün. Wenn wir uns ans Steuer setzen, um zum Arbeitsplatz zu hetzen, können wir nur höchstens schleichen, denn uns hindern viele Zeichen. Ganz besonders sind’s die Ampeln, die auch Radfahrer beim Strampeln und selbst Fußgänger, die Gemsen – gleich hinüberwollen, bremsen. Vom Direktor bis zum Penner sind wir nichts als Ampelmänner! Dort, wo eine Kreuzung droht, hat man selten Grün, meist Rot. Und so schön das Rot auch schien, man ist diesem Rot nicht grün. Doch wenn Grün kommt, und man kann, hat der liebe Vordermann – solche Fälle sind verbürgt – seinen Motor abgewürgt. Bracht in Gang er endlich ihn, und man kann, ist nicht mehr Grün. Schuld ist vorne der »Idiot«! – Bis man Grün hat, sieht man rot! |
Der Markensammler
Herr Heinrich Franz von Ohnegleichen Der sammelte gern Postwertzeichen Mit Zähnen und mit glatten Rändern Aus Übersee und andern Ländern Und klebte sie alle vereinigt, Jedoch geordnet und gereinigt Ins Album, wie man das so muß – Nur fehlte die Mauritius. Was hatte er nicht unternommen, Um diese Marke zu bekommen – Ja, selbst als er der Minne frönte Mit Minna, die ihn arg verwöhnte, Fragte er bei jedem Kuß: »Hast du nicht die Mauritius?« Bald brachte beiden Adebar Ein Kind, das zwar ein Mädchen war, Doch Heinrich faßte den Entschluß: »Die nennen wir Mauritius!« Gewiß, der Name paßt nicht recht Für’n Kind von weiblichem Geschlecht, Doch sei’s: zu End sei der Verdruß. Ich hab eine Mauritius. Sehr früh schon ging das Mädchen gern In Bars, damit es tanzen lern’ Und dadurch körperlich erstarke. Na, sie wurde vielleicht ’ne Marke... Zweizeiler Für einen Vegetarier ist Fleisch eine verbotene Frucht. |
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Der Schmetterling
Es war einmal ein buntes Ding, ein sogenannter Schmetterling, der war wie alle Falter, recht sorglos für sein Alter. Er nippte hier und nippte dort, und war er satt, so flog er fort, flog zu den Hyazinthen und guckte nicht nach hinten. Er dachte nämlich nicht daran, daß was von hinten kommen kann. So kam’s, daß dieser Schmetterling, verwundert war, als man ihn fing. |
Das Fischchen
Ein Fischchen einst im Wasser saß, und von dem Wasser wurd’ es naß, das Fischchen. Das Fischchen wollt gern trocken sein, doch hatte es kein Handtuch, nein, das Fischchen. Da sprang das Fischchen, hops, an Land und drehte sich paarmal im Sand, und als dann kam das Morgenrot, war’s Fischchen trocken – aber tot. Das Fischchen. |
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Der Wurm
Am Fuß von einem Aussichtsturm saß ganz erstarrt ein langer Wurm. Doch plötzlich kommt die Sonn’ herfür erwärmt den Turm und auch das Tier. Da fängt der Wurm an sich zu regen. Und heißt jetzt Regenwurm deswegen. |
Vogel und Baum
Man sieht die Lerchen mit Gesang hoch in die Lüfte steigen. Nur die mit »e«! Die mit dem »ä«, die stehen da – und schweigen. |
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Das Schloß
Papst Paul war gestorben vor vierhundert Jahren und ist dann, wie üblich, gen Himmel gefahren. Und als er dort oben gut angekommen, da hat er den güldenen Schlüssel genommen. Es ist ja bekannt, daß früher und itzt jeder Papst einen Schlüssel zum Himmel besitzt. Doch siehe, der Schlüssel, der wollte nicht passen. Der Petrus hat trotzdem ihn eintreten lassen und sprach (sein Antlitz war bartumrändert): »Der Luther hat nämlich das Schloß verändert...!« |
Die Eule
Eine Eule saß und stierte auf dem Aste einer Euche. Ich stand drunter und bedachte, ob die Eule wohl entfleuche, wenn ich itzt ein Steunchen nähme und es ihr entgegenschleuder’? Dieses tat ich. Aber siehe, sie saß da und flog nicht weiter. Deshalb paßt auf sie die Zeule: Eule mit Weule! |
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An einen von vielen
Als du noch warst, wollt man nichts geben. Kaum warst du tot, ließ man dich leben! So ists! – Den höchsten Ruhm erworben hat man erst dann, ist man gestorben. |
An einen jungen Journalisten
Das Schreibenlernen, das begannst du früh schon zu betreiben; und doch – obwohl du schreiben kannst – kannst du bis heut nicht »schreiben«! |
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Kolumbus
Als Kolumbus von seiner Amerikafahrt nach Spanien heimkam mit Gold und mit Bart und, hochgeehrt und umjubelt, schritt durch die Hauptstadt des Landes, nämlich Madrid, entdeckte er plötzlich da drüben rechts eine hübsche Person femininen Geschlechts. Bei ihrem Anblick – was war schon dabei? – entschlüpfte ihm was und zwar das Wort »ei«... Seitdem sind die Forscher sich darüber klar, daß das das »Ei« des Kolumbus war! |
Hund und Herrchen
Egal, von welcher Art und Rasse, ob tief er bellt, ob hoch er kläfft, der Hund macht alles auf der Straße – und auf die Straße sein Geschäft. Die Katze ist da etwas feiner: sie hat ihr Klo, auf das sie geht, und wie sie liebt, das sah noch keiner – man hört es höchstens, abends spät. Der Hund dankt stets für jede Strafe, er leckt die Hand, die ihn versehrt. Er ist des Herrchens treuster Sklave – doch meistens ist es umgekehrt. |
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Drei Bären
Ein Brombär, froh und heiter, schlich durch einen Wald. Da traf es sich, daß er ganz unerwartet, wie’s so kommt, auf einen Himbär stieß. Der Himbär rief – vor Schrecken rot – : »Der grüne Stachelbär ist tot! Am eignen Stachel starb er eben!« »Ja«, sprach der Brombär, »das soll’s geben!« und trottete – nun nicht mehr heiter – weiter... Doch als den »Toten« er nach Stunden gesund und munter vorgefunden, kann man wohl zweifelsohne meinen: Hier hat der andre Bär dem einen ’nen Bären aufgebunden! |
Heißer Mai
Es ist sehr heiß. Leise rieselt der Schweiß. Sogar die Lerche, sonst kaum zu zügeln, flattert ganz langsam: sie schwitzt untern Flügeln. Und auch die Schwalbe fliegt nur die halbe Geschwindigkeit in der Stunde. In aller Munde ist dieses Lied: Leise rieselt der Schweiß – und das vor Ende des Mais! |
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Noch’n Abschied
Es gibt so viele Abschiedslieder, man hört im Funk sie immer wieder. Meistens singt sie ein Tenor, mal singt er mit, mal ohne Chor. Ich hab ein wenig nachgedacht und auch so’n Abschiedslied gemacht! Lebe wohl, adieu, auf Wiedersehn, addio, tschüß, na denn, gehab dich wohl! Nun hau schon ab! Viel Glück, bleib gesund, adé, mach’s gut, bis bald, Mahlzeit, Moin! Ich kann auch auswärts: Au revoir, bye-bye, arrivederci, oder auch proschtschai! Nun kommt noch: tschau und servus, na und jetz’ fehlt nur noch das Zitat vom... »... ach, ich hab vergessen wie der heißt!« |
Es scheint so
Es scheint so, daß auf dem Planeten, den wir so gern mit Füßen treten und ihn dadurch total verderben – daß also hier nur Gute sterben! Denn: las man je im Inserat, daß ein Verblichner Böses tat, daß er voll Neid war und verdorben, und daß er nun mit Recht gestorben? Es kann hier keinen Zweifel geben: die Schlechten bleiben alle leben! Zweizeiler Paradox ist, wenn einer sich im Handumdrehen den Fuß bricht. |
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Zweizeiler
Bei der Behörde ist es genau wie beim Theater: Ein paar arbeiten, und die anderen schauen zu. Der schläft gut, der nicht weiß, wie schlecht er schläft. Lieber ein kleiner Lackschaden, als ein großer Dachschaden. Als ich geboren wurde, war ich noch sehr jung. Das Lernen macht stets dann Verdruß wenn man’s nicht will, es aber muß. Eitle Männer sind wie Kleiderständer, an denen nichts hängt. Masseure sind die Linienrichter im Kampf gegen die Kalorien. Da kann einer sagen, was er will, das beste Essen ist immer noch das Trinken. Manche Menschen wollen immer nur glänzen, obwohl sie keinen Schimmer haben. Es lohnt sich nicht ’n Hut zu tragen, endet der Mensch bereits am Kragen. Frauen sind die Juwelen der Schöpfung. Man muß sie mit Fassung tragen. Ich habe die Muttersprache mit den Kindesbeinen eingesogen. Manchmal hat es wirklich keinen Sinn, die Stirn zu fletschen und die Zähne zu runzeln. |
Noch mehr Zweizeiler
Des Menschen Leben gleicht der Brille man macht viel durch. Viele Menschen haben sich ihre eingebrockte Suppe selbst zuzuschreiben. Manche Hab- und Gutseligkeiten sind nur ein Tropfen auf den hohlen Zahn. Ich reibe mir Morpheus Arme aus den Augen, werfe mir den Hut um die Schulter und lebe sinnlos mäßig. Man muß sich notfalls jemand mieten, hat man an Geist selbst nichts zu bieten. Manche Konferenzen finden unter vier Wänden statt. Ein Stabhochspringer ist kein Hochstapler – eine Hebamme keine Empfangsdame. Ich brauche nur Fettgedrucktes zu lesen, schon nehme ich zu. Wenn der Kragen am Hemd nicht sitzt, handelt es sich häufig um einen Stehkragen. Eine Frau, die vor ihrem Mann keine Geheimnisse hat, hat entweder keine Geheimnisse oder keinen Mann. Wer sich selbst auf den Arm nimmt, erspart anderen die Arbeit. Solange es Haare gibt, liegen sich die Menschen in denselben. |
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Die Starlets
Jetzt weiß ich endlich auch, wieso sie Köpfe haben! – Soll ich’s sagen? Sie brauchen dann das viele Stroh nicht in der Hand zu tragen! |
Vierzeiler
Voller Sanftmut sind die Mienen und voll Güte ist die Seele, sie sind stets bereit zu dienen, deshalb nennt man sie Kamele. |
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Sitzengelassen
Wer ahnte, daß zum Weihnachtsfest Cornelia mich sitzenläßt? Das war noch nichts; zu Ostern jetzt hat sie mich abermals versetzt! Nun freu ich mich auf Pfingsten – nicht im geringsten! Dreizeiler Ich könnte manchmal vor Glück eine ganze Allee von Purzelbäumen schlagen. |
Dreizeiler
Keine Frau ist so schlecht, daß sie nicht die bessere Hälfte eines Mannes werden kann. Bei manchen Menschen geht alles schnell zum einen Ohr rein und zum anderen raus – die haben auch nicht viel dazwischen. Manche Frauen sind wie Löschpapier; Sie nehmen alles in sich auf und geben es anschließend verkehrt wieder. Wenn eine Frau die Wahl zwischen Liebe und Geld hat, entscheidet sie sich für beides. |
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Ganz zuletzt
O, wär ich der Kästner Erich! Auch wär ich gern Christian Morgenstern! Und hätte ich nur einen Satz von Ringelnatz! Doch nichts davon! – Zu aller Not hab ich auch nichts von Busch und Roth! Drum bleib ich, wenn es mir auch schwer ward, nur der Heinz Erhardt... |
Letzter Rat
Bevor man dich verbrennt zu Asche verhindere, daß man dich wasche. Versenkt man dich dann in den Keller, verbrennst du, ungewaschen, schneller! Wenn sie jedoch die Absicht haben, dich einst im Ganzen zu begraben, dann sei appetitlich, frisch und rein – die Würmer werden dankbar sein! |
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Kurz vor Schluß
Schön ist der Wein, bevor er getrunken, schön ist das Schiff, bevor es gesunken, schön ist der Herbst, solange es Mai ist, schön ist der Leutnant, solang er aus Blei ist. Schön ist das Glück, wenn man es nur fände, schön ist dieses Buch, denn gleich ists zu Ende. |
Noch ein Abschied
Ein Gedichtchen, ein ganz klein’s Sag ich noch, bevor ich geh: Alles Gute wünscht Euch Heinz E - R - H - A - R - D - T. |
Mehr von Heinz ...
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[ www.sabon.org – 06. Dezember 2006 ]